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Rätselhafte Kelten
Türkei - Heimat des Glaubens und die Wiege der Menschheit
 

Die geheimnisumwitterten europäischen Kelten waren im vierten Jh. v,Chr. einem starken römischen Druck ausgesetzt. Viele von ihnen zogen deshalb gen Osten über den Balkan und den Bosporus nach Anatolien. Sie ließen sich im Raum Ankara nieder und gründeten hier ihre erste Hauptstadt, die sie `Ancyra' nannten, eines der ältesten Worte in der Sprache dieser das Meer liebenden Nation, das 'Anker' bedeutet, Das Gebiet der Kelten umfasste außer Ankara auch Yozgat, Sivas, Konya und Kappadokien und blühte unter der Herrschaft der Römer auf.

Der Augustus-Tempel, eines der imposantesten Baudenkmäler Ankaras, wurde von Kelten (Galater)-König Pylamenes im 1. Jh.n.Chr. zu Ehren des römischem Herrschers über dem Fundament eines Tempels für den Mondgott Men errichtet, In die Tempelmauer ist das "Monumentum Ancyranum", das einzige noch erhaltene 'Politische Testament' des Augustus, in dem seine gesamten Leistungen aufgelistet sind, eingemeißelt.

Im fünften Jahrhundert wurde der Tempel in eine byzantinische Kirche umgewandelt, Später bauten die Osmanen die Haci Bayram-Moschee an, in der auch der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Namensgebers steht. Die großartige Burg von Ankara ist nicht weit entfernt. Das Museum für anatolische Kulturen in einem restaurierten Bedesten vor dem Burgtor enthält unschätzbar wertvolle Exponate aus der Zeit der Hatti, Hethiter, Phryger und Römer. Im Stadtteil Anittepe von Ankara steht das „Anitkabir“, das Atatürk-Mausoleum, eine großartig gelungene Synthese antiker und zeitgenössischer Architektur.

 

Die eindrucksvollsten hethitischen Städte liegen in der Provinz Corum nordöstlich von Ankara. Im heutigen Nationalpark Bogazkale (vormals Bogazköy) befindet sich die hethitische Hauptstadt Hattuscha, wegen ihrer über siebzig Tempel auch 'Stadt der Tempel' genannt. Östlich der Stadt liegt das Felsenheilgtum `Yazilikaya', eine offene Kultstätte in zerklüftetem Gestein, in dessen Wände zahlreiche Reliefs der hethitischen Götter und Gottkönige eingemeißelt sind. Der Felsenpantheon wurde im 13. Jh.v.Chr. angelegt.

Die Gründung der Stadt Amasya an einer Flussschleife des Yesilirmak (Iris) datiert aus dem 3, Jh. v.Chr. Die Ruinen einer Burg und eines osmanischen Palastes mit einem unterirdischen Geheimgang auf einem Felsen schauen auf die Stadt herab. In die Felswand sind römische Gräber eingehauen, die in der Nacht beleuchtet werden und dann einem märchenhaften Anblick bieten.

Amasya ist sowohl städtebaulich als auch in Hinblick auf seine landschaftliche Schönheit von bezaubernder Schönheit. Sehenswerte Bauenkmäler sind die Moscheen Burmali Minare (seldschukisch, 13. Jh.) und Gök Medresse, das Ilhaniden-Hospital (14. Jh.) mit seinem reich verzierten Portal, der Moscheenkomplex Sultan Beyazid I, und die Kapi Aga-Medresse mit ihrem ungewöhnlichen, achteckigen Grundriss

Tokat, ebenfalls am Yesilirmak, war Jahrhunderte lang ein bedeutendes Handelszentrum mit vielen Karawansereien, Moscheen und Medressen, Lager­und Handelshäusern aus der Zeit der Byzantiner, Danischmenden, Seldschuken und Osmanen.

Sivas an der Kreuzung der Karawanenwege nach Persien und Bagdad war ebenfalls über viele Jahrhunderte hinweg ein Handelszentrum, von 1142 bis 1 171 Hauptstadt der Danischmenden-Dynastie und ein wichtiges Zentrum der Seldschuken. Noch heute spiegeln die Baumonumente jener Zeit diese Bedeutung wider. Die Ulu-Moschee stammt aus der Zeit der Danischmenden, seldschukische Bauwerke sind das Krankenhaus und gleichzeitig die Medizinschule "Izzeddin Keykavus Sifahanesi" (13, Jh.) und die Medressen "Gök (Himmel)" sowie "(Sifte Minareli (Doppelminarett)" und Buruciye.

Kangal südlich von Sivas ist die Heimat der gleichnamigen türkischen Hunderasse. Der Name wurde vom lateinischen "canis galliensis" (Hund der Galater) abgeleitet, den die Kelten im 3.Jh.v.Chr. als Kampfhund mit sich führten und der sich nur in Kangal reinrassig erhalten konnte. Die großen Tiere mit überwiegend sandfarbenem Fell sind klassische Hirtenhunde, haben sich aber auch als Such- und Wachhunde bewährt. Divrigi war im 12. und 13. Jh. die Hauptstadt der türkischen Mengüdscheken. Das berühmteste Bauwerk von Divrigi ist die Ulu-Moschee mit Medresse (Baujahr 1229), verschwenderisch verziert mit Motiven aus Flora und Fauna und von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt.





Textquelle: Ministerium für Kultur und Tourismus - überarbeitet und ergänzt von: Peter Kaiser
Fotos: Ministerium für Kultur und Tourismus und Peter Kaiser


 

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