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Wendet man sich der westlich von Antalya gelegenen Bucht von Adrasan zu, so überquert man das Flussbett des Olympos-Flusses, der in den Taurusbergen entspringt. Im Frühling durch Regenfälle und Schneeschmelze fließt er reißend ins Meer. Im Sommer jedoch total austrocknet. Wenn wir die Mündungsstelle des Flusses erreichen, so befinden wir uns inmitten der Ruinen der hier in der Antike gegründeten Stadt Olympos. Im ganzen Gebiet von Olympos finden Sie in vielen Pensionen jederzeit ein preiswertes Quartier. Bekannt und beliebt, gerade bei jungen Rucksackreisenden aus aller Welt sind die Baumhäuser von Kadir (Kadir Treehouses) oder die große Anlage der Türkmen Pension. In Olympos lebte einst Methodios, der in der byzantinischen Zeit als einflussreichster und hoch verehrter orthodoxe Priester galt.
Die Menschen der Antike nannten die hohen, unerreichbaren Berge "Olympos". In Anatolien gibt es sieben Berge, die diesen Namen tragen. In der Sprache der Ureinwohner Anatoliens, den Luwern, existierte das Wort "Olynthos" das, wie wir wissen "wilde Feige" bedeutet. Durch die Ähnlichkeit der beiden Worte läßt sich ein gleicher Wortursprung unschwer erkennen. Der antike Geograph Strabon berichtet in seinen Werken, dass die Hänge des Olympos dicht mit wilden Feigenbäumen bewachsen waren; dies bestärkt unsere Annahme des gleichen Wortursprungs. Nachforschungen haben ergeben, dass die Stadt im 5. Jht. v. Chr. gegründet wurde und dem Lykischen Städtebund angehörte. Während der in Anatolien entstandenen politischen Wirren, fiel die Stadt im 1. Jhdt. v. Chr. in die Hände des Piraten Zeniketes. Die Stadt diente den Piraten als Stützpunkt, bis diese 78 v. Chr. von der römischen Flotte unter Isauricus vernichtend geschlagen wurden. Die Stadt wurde daraufhin dem römischen Reich angegliedert. Da die Stadt über einen nutzbaren Hafen verfügte, blühte sie als Hafen- und Handelsstadt auf und in dieser Zeit wurden viele Bauwerke errichtet. Das wichtigste Handelsprodukt war Safran, der in der Umgebung in erstklassiger Qualität angebaut wurde. Nachdem Kaiser Hadrian 129 n. Chr. die Stadt besuchte, trug diese eine Zeitlang den Namen Hadrianapolis. In römischer Zeit war Opramoas von Rhodianapolis einer der Reichsten der Umgebung; er beteiligte sich in hohem Maße an der Bebauung der Stadt. In spätrömischer Zeit stagnierte jedoch der Aufschwung, da die Stadt wiederum in die Hände von Piraten gefallen war. Als Olympos später den byzantinischen Ländereien angegliedert wurde, erlebte es als Bischofssitz einen neuen Aufschwung; es wurden neue Gebäude errichtet und die Stadt stieg zum Sitz eines Metropoliten auf. Die heutigen Überreste der Stadt stammen meist aus byzantinischer Zeit. Später fiel die Stadt noch einmal in die Hände von Piraten aus Venedig und Genua, die die Stadt als Stützpunkt benutzten. In dieser Zeit wurden neue Stadtmauern errichtet und die Hafeneinfahrt zum Schutze neu befestigt. Als später die Osmanen die Piraten von der Mittelmeerküste vertrieben, verlor die Stadt ihre Bedeutung und wurde als Siedlung aufgegeben.
Kommt man vom Flusslauf her zu dem engen Talabschnitt, wo sich am Meer die Überreste der antiken Stadt befinden, so erkennt man, dass sich die eigentliche Siedlung am Westufer des Flusses befindet. Der Fluss bildet an seiner Mündung ins Meer einen natürlichen Hafen, der am Flusslauf entlang durch eine 3 Meter hohe und an einigen Stellen 4 Meter dicken, im polygonalen System erbauten Kaimauer umgeben ist. Die Krieger der Stadt konnten den Hafen von hier aus gegen einlaufende feindliche Schiffe verteidigen. Das am Ostende der Kaimauern, aus unterschiedlichen Materialien erbaute rechteckige Gebäude, stellt wahrscheinlich ein Warenmagazin dar. Das südlich des Hafens gelegene Theater ist in römischer Zeit restauriert worden; heute aber total zerstört. Nur noch ein Teil der Sitzreihen und ein Eingangsgewölbe sind erhalten. Außerdem kann man zwischen den Trümmern des Bühnenhauses Bruchstücke von Reliefs sehen, die einst die Nischen schmückten. Das Theater von Olympos wurde in seinen Grundmauern im 3. Jh. v. Chr. am Hang eines kleinen Hügels errichtet. In der römischen Zeit erhöhte man die Zahl der Sitzränge; das Eingangsgewölbe und das Bühnenhaus wurden erbaut. Die Sitzränge waren als Einheit errichtet und wurden nicht von einem Diazoma unterteilt. Man nimmt an, dass das etwa 8000 Besucher aufnehmende Theater in byzantinischer Zeit als orthodoxe Freiluft-Basilika diente.
Das sich
links des Flusses erhebende 5 Meter hohe und 2 Meter breite Cella- Tor gehörte
zu dem 161 n. Chr. errichteten rechteckigen Tempelkomplex. Der Türstock und die
Seitenteile sind mit Ornamenten verziert. Aus der Inschrift des
Standbildsockels, welcher sich neben dem Tor befindet geht hervor, dass hier ein
Standbild des Kaisers Aurel stand. Hinter den Ruinen des Tempels kann man die
Überreste einer aus byzantinischer Zeit stammenden Basilika sehen und dahinter
die Trümmer eines römischen Bades. Von diesen ist die Ruinen einer
byzantinischen Kirche zu sehen, die breite Rundbogenfenster aufweist und deren
Apsis eingefallen ist. Sie wurde erst später auf den Befestigungsmauern des
Hafens erbaut. Direkt hinter der Kirche, in Richtung auf das Theater zu, liegt
die Ruine des rechteckigen Gymnasiums, welches ursprünglich an drei Seiten von
jeweils 6 Säulen umgeben war. Die Hauptnekropole liegt am Hang, südlich des
Flusses. Hier findet man verschiedene große Gräber, die von den typisch
lykischen Grabmälern abweichen. Es sind im allgemeinen aus Steinblöcken
aufgebaute Grabkammern, die von einem Gewölbe überspannt sind und einen kleinen
Eingang aufweisen. Die Steine die den Grabeingang bilden, sind zumeist mit
Inschriften versehen, die Auskunft über die Person des Toten geben. Die Eingänge
waren in der Antike mit einem Stein verschlossen. In der Umgebung sind etwa 200
Gräber mit Inschriften zu finden.
Die Caretta-Wasserschildkröten
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