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Karagöz



  

Das Karagöztheater entstand ca. im 16.Jhd. Es gibt mehrere Theorien, wie es in das Osmanische Reich kam. Indische Zigeuner sollen im 15.Jhd das asiatische Schattentheater in den Mittelmeerraum gebracht haben, so auch zu den Türken.

Die Türken selbst sollen auf ihrer langen Wanderung die Seidenstrasse entlang das asiatische Theater nach Anatolien gebracht haben.

Sultan Selim soll im 16.Jh. nach der Eroberung Ägyptens mehrere Schattenspieler nach Bursa und İstanbul geholt haben. Wie die Wahrheit auch sein mag, das Schattentheater war immer ein gesellschaftliches Spiel sowohl für den Sultan als auch für das durchschnittliche Volk.

Bis spät in die 60er Jahre, also bis das Fernsehen die Hauptrolle übernahm, konnte man in İstanbuler Kaffeehäusern noch gelegentlich Schattenspiele sehen. Auch heute gibt es noch einige richtige Spieler; “richtig” in dem Sinn, dass sie alles selbst machen müssen:

  • die Figuren herstellen, d.h.

  • Leder gerben

  • die Figuren aus dem Leder herausschneiden

  • sie anmalen

  • eine Geschichte ausdenken bzw. eine überlieferte Geschichte aktualisieren

  • beim Spiel bis zu drei Figuren pro Hand spielen und auch
    deren verschiedene Stimmen beherrschen, sowie die charakteristischen Musikinstrumente spielen

  

Das Karagöztheater ist also eine “Ein-Mann-Show” und stellt recht hohe Anforderungen an den Spieler: er muss nicht nur künstlerisch begabt sein um die Figuren herstellen zu können, er muss auch so geschickt sein, seine Figuren bei  etwas temperamentvollerem Spiel sicher auf den Stäben durchs Spiel zu führen, ohne mit den verschiedenen Stimmen durcheinanderzukommen.

Heute gibt es noch einige Spieler, die all diese Forderungen erfüllen können. Orhan Kurt, Ayhan Gündogan, Cahit Süer, Cinbaba, Tacettin Diker - das sind noch die letzten Künstler, die ihr Handwerk beherrschen.

Diese Meister, "Usta" (so möchten sie genannt werden), kann man heute nur noch selten spielen sehen; sie werden meistens bei religiösen Festen oder bei  nationalen und internationalen Festivals eingeladen.

Wenn Sie Interesse an diesen einmaligen und dekorativen Spielfiguren haben sollten, so wenden Sie sich einfach an: Martina und Orhan Yılmaz, Uzunçarşı Nr. 21, 07580 Kaş/Antalya-TR, Tel.:  0090/242-8361631, Email:nauticakas@superonline.com,  www.turqueria.com, die uns freundlicherweise disen Text und die Fotos zur Verfügung gestellt haben. Sie haben eine große Auswahl dieser Figuren und sind Experten, wenn es um Karagöz geht.
 

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