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Als ich mit meinem rosa
Motorrad gerade durch das Eingangs-Tor gefahren war, sprangen auch schon
zwei meiner schon etwas älteren Lieblings-Gäste aus Wien mit den Worten
'schon wieder zu spät' aus dem Gebüsch, um mich zu einem neuen Tag in dem
unbedeutenden Leben eines Public-Relators zu begrüßen. Ich war tatsächlich
ein paar Minuten zu spät, was jedoch nur einem Europäer auffallen konnte.
Der Mann teilte mir freudestrahlend mit, dass er den 'Medicus' doch noch
durchzulesen geschafft hatte und ihn mir daher schon wieder zurückgeben
konnte. Er musste sich alle paar Sekunden die Stirn abwischen, da sich die
85 % Luftfeuchtigkeit am heutigen Tag an jedem erstbesten Körper absetzten
und diesen in seinem eigenen Saft zu braten beabsichtigten. Dieser Herr
jedoch schien aus allen Poren einfach nur auszulaufen, was ihn hart mitnahm.
Ja, wir hatten mit allen Büchern, die absichtlich oder unabsichtlich
dagelassen wurden, also immerhin über 600 Exemplare, in meinem Büro eine
kleine Bücherei eröffnet, aus der sich nun jeder Bücher ausleihen konnte.
Das war gedacht als
kleiner Extra-Service, der uns nichts kostete und den trotzdem viele
nutzten. Wir unterhielten uns darüber, dass tatsächlich einige Gäste die
alten abgenutzten Bücher nicht mehr zurückbringen und einfach mitnehmen,
also stehlen würden. Ja, es war unglaublich. Selbst so banale Dingen, wie
alte ausgeliehene Bücher einfach im Zimmer liegen zu lassen, damit andere
sie noch nutzen könnten, konnte man nicht erwarten. Glücklicherweise bekamen
wir mehr Bücher rein, als uns entwendet wurden. Daher war die Tatsache von
Bücher-Dieben zwar ärgerlich und unnachvollziehbar, aber nicht das Ende
unserer guten Absicht. Trotzdem: Peinlich, peinlich.
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