Kinder in den Büros

Es war zuletzt die Familie eines deutschen UNO-Mitarbeiters aus Ankara, die in mein Büro kamen, um mich um Hilfe bei der Beschaffung Ihres Bus-Tickets bat. Mitten im Gespräch erbrach sich das Kind, glücklicherweise jedoch nur auf den Boden und nicht auf die Möbel (prima). Es ist sehr interessant, dass dies ausgerechnet in den zwei Minuten innerhalb eines Büros passierte, obwohl sich das Kind den ganzen Tag im Freien aufhält. Na ja, die sehr netten Eltern entschuldigten sich natürlich vielmals, aber so ein Anfall lässt  ich halt nicht beeinflussen.

So wartete ich eine halbe Stunde auf den Reinigungs-Dienst, konnte natürlich keinen Fuß in mein Büro setzen, da dieses stank, als hätte sich darin jemand erbrochen (ach was) und ließ deswegen alle auch nur erdenklichen Duft-Stoffe versprühen. Und als der Gestank sich dann endlich verzogen hatte, kam eine junge Dame von unserem Handtuch-Verleih, um von mir die Erstellung eines Schriftstückes zu erbitten. Sie sagte, sie sei für ein paar Tage nicht da, weil sie sich eine Mords-Erkältung (im August!) zugezogen hätte. Als auch sie sich in meinem Büro zu erbrechen drohte (was mich durchaus nicht gewundert hätte), schickte ich sie schleunigst auf einen Rundgang durch die Anlage, hämmerte ihren Aushangs-Text in den Computer, um ihr diesen in die Hand zu drücken, bevor sie einen Fuß ins Office setzen konnte.

 

Aber mit Kindern hatte ich generell immer Glück. Vor den daran gewöhnten Augen der Eltern wurden Bücher zerwühlt, Stifte auf dem Boden verteilt, Drucker-Kabel abgezogen usw. Und falls eine Brille auf dem Tisch lag, wenn ein Kind kam, konnte ich immer davon ausgehen, diese zerlegt wieder zurückzubekommen. Und als ein Kind mit einem Glas Cola hereinkam und die Mutter in weiser Voraussicht dieses Glas aus den Händen des Kindes auf meinen Schreibtisch stellte, damit es nicht hinfalle, war es das gleiche Kind, was sich auf dieses Glas stürzte und deren Inhalt über den ganzen Tisch verbreitete. Die Mutter entschuldigte sich kurz, knapp und desinteressiert, um mich im direkten Anschluss mit meiner 45-minütigen Aufgabe, sämtliche Papiere zu entkleben, alleine zu lassen. Danke.

'Dieser Club ist der schönste und tollste Club, in dem ich in meinem ganzen Leben bisher war. Am ersten Tag konnte ich mich nicht so recht daran gewöhnen. Später habe ich jedoch alle Besonderheiten entdeckt. Am letzten Abend, dem 06. September 1999, lief ich durch den ganzen Club, überall hin. Ich verabschiedete mich von jedem, den ich kennen gelernt hatte. Ich glaube, ich weine. Ich will nämlich überhaupt nicht fort. Wenn ich abfahre, werde ich wieder weinen. Diesen Brief schrieb Euch ein vierzehnjähriges Mädchen. Ipek Ersöz.'


 

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