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Folklore in der Türkei
Von der Volksmusik bis zum
Nationalsport – rund um Folklore
Die türkische Volksmusik hat, wie das türkische Volk selbst, ihren
Ursprung in den Steppen Asiens. Bis vor kurzem gab es für die meisten
Lieder gar keine Niederschriften. Trotzdem werden sie schon
Jahrhunderte lang gespielt. Die Musik, zu der die berühmten „tanzenden
Derwische“ kreisen, wird beherrscht vom Klang der Rohrflöte „ney“. Die
Derwische sind dreimal pro Woche bei Aufführungen in Konya
(Mittelanatolien) zu bestaunen. 25 Minuten am Stück und länger drehen
sie sich in perfekter Choreographie – ohne dabei ins Schwitzen zu
geraten. Aus Konya stammt auch der „Löffeltanz“, bei dem traditionell
gekleidete Tänzerinnen zwei Löffel kastagnettenartig aneinander
schlagen.
Mann gegen Mann, Tier gegen
Tier
Nationalsport der Türken ist der Ölringkampf. Bei dieser Art des Ringens
sind die Mitstreiter mit Olivenöl eingerieben. Die Kämpfe sehen dadurch eher
ulkig aus, denn es ist gar nicht so einfach, einen glitschigen Gegner zu
Boden zu werfen… Kamelkämpfe werden im Januar in Selçuk bei İzmir
abgehalten. Hierbei treten Kamelböcke gegeneinander an – genau wie in der
Natur, denn im Januar ist für Kamele Brunftzeit. Stierkämpfe, bei denen
nicht Mensch gegen Stier, sondern Stiere gegeneinander antreten, sind in der
Hochebene Kafkasör bei Artvin beliebt.
Meerschaum – Stein, der in
der Hand schmilzt
Der Pfeifenkopfstein, wissenschaftlich Sepiolith und umgangssprachlich
„Meerschaum“ genannt, wird in der Gegend um Eskişehir (Mittelanatolien) in
Stollen abgebaut. Meerschaum schwimmt auf Wasser, bis er sich vollgesogen
hat und dann untergeht. Er nimmt sogar Feuchtigkeit auf, wenn man ihn länger
in der Hand hält – der Stein wird dann langsam weich.

Pfeife aus Meerschaum
Die
zunächst dreckig aussehenden Klumpen werden von den Meerschaumschnitzern in
kleine Kunstwerke verwandelt – z. B. in Sultansköpfe. Die bekannteste
Verwendung des Meerschaums sind immer noch die verzierten Pfeifenköpfe. Der
Stein hat zudem die besondere Eigenschaft, Nikotin zu absorbieren.

Souvenirs gibt's für jeden
Geschmack
Basare – Stätte türkischer
Handelskunst
Die türkischen Basare sind eine Erfahrung, die kein Türkeiurlauber missen
sollte. Nicht bloß Konsumgüter werden hier angeboten – man kann auch die
türkische Handwerkskunst in ihrer ganzen Pracht bewundern. Teppiche,
Lederwaren, Keramik, Silber-, Messing- und Kupferwaren sowie vorzüglich
geschnitzte Objekte aus Onyx, Holz oder Meerschaum werden angeboten.
Prachtvolle Schach- oder Backgammon-Spiele sind beliebte Souvenirs. Der
größte Basar befindet sich in İstanbul: Die Gassen des überdachten, großen
Basars „Kapalı carşı“ haben eine Gesamtlänge von 8 Kilometern. Er existiert
seit dem 16. Jh. und war schon damals der Umschlagplatz für Waren aller Art.
Textquelle:
Ministerium für Tourismus, Ankara, überarbeitet von Peter Kaiser
Fotos: Peter Kaiser, soweit nicht anders gekennzeichnet
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