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In der Türkei warten
1.300 Thermalquellen auf Sie
Oasen des Wohlgefühls
Das
Gesundheitsbewusstsein der Menschen in Europa steigt – der Wellnessmarkt
boomt. Die Wachstumsraten in Deutschland liegen seit den 90er Jahren über
dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum – 2005 wurden ganze 6 % mehr
umgesetzt als 2004. Laut einer Studie der „Forschungsgemeinschaft für Urlaub
und Reisen“ kommt in den nächsten Jahren für 17% der Befragten eine Kur im
Urlaub in Frage, 16 % möchten einen Wellness-Urlaub verbringen. Damit liegt
diese Urlaubsform eindeutig im Trend.
Wellness ist
die Besinnung auf Körper und Geist. Wer einen Wellness-Urlaub bucht, kann
den Alltag vollständig hinter sich lassen. Man fühlt sich wohl, baut Stress
ab, stärkt dadurch das Immunsystem und ist so besser vor Krankheiten
geschützt.
Thermalwasser – heiß und heilend
Auf
dem Gebiet der heutigen Türkei befinden sich ganze 1.300 Thermalquellen.
Grundwasser erwärmt sich im Erdinneren an heißem Gestein und tritt warm an
die Oberfläche, je nach Gebiet angereichert mit unterschiedlichen Mineralien
und anderen Stoffen. Schon in der Antike nutzten die Einheimischen das
Thermalwasser zur Körperpflege. Schnell erkannten sie, dass ein heißes Bad
nicht nur entspannende, sondern auch heilende Wirkung hat. Heute weiß man:
Thermalwasser verschafft Linderung, unter anderem bei Diabetes, Leber- und
gynäkologischen Krankheiten, Haut-, Herz- und Nierenproblemen sowie
rheumatischen Beschwerden. Die Analyse des Thermalwassers gibt
Auskunft, wofür das Wasser gut ist.
Der Islam gab
schon im Mittelalter strenge Reinigungsvorschriften vor. So entwickelte sich
die Tradition des türkischen Badehauses „Hamam“. Diese sind heute noch weit
verbreitet – alleine in Istanbul gibt es noch über 100 Hamams. Die Gebäude
sind meist von außen schlicht, doch innen erwartet den Gast prunkvoller,
orientalisch verzierter Marmor. Als positiver Nebeneffekt wurde dadurch die
kurativ-therapeutische Wirkung des heißen Wassers jedermann zugänglich
gemacht.
Das
Hamam – der türkische Wellnessbrauch
Seit
Jahrhunderten verfeinern die Türken ihre eigene Wellness-Tradition. Davon
profitieren auch Touristen: Der Hamam-Besuch ist eines der erlebnisreichsten
und entspannenden Urlaubserlebnisse überhaupt. Der Aufenthalt dauert etwa
zwei Stunden und hat einen festen Ablauf: Nachdem man auf heißem Stein ca.
20 Minuten geschwitzt hat, wird die Haut mit einem festen
Ziegenhaar-Handschuh abgerieben und dadurch gepeelt. Dann wird der Körper
mit Seifenschaum eingerieben und leicht massiert. Bei der anschließenden
Ölmassage wird man geknetet und gedehnt – und danach ist man so entspannt
wie noch nie!
Türkeireisende erkennen mehr und mehr den Reiz des Hamam und der
Thermalzentren. Weitere Thermen-Hotels entstehen, die eine Vielzahl von
Anwendungen sowie Betreuung durch geschultes Personal anbieten. Schon jetzt
haben viele türkischen Hoteliers zu einem günstigen
Preis-Leistungs-Verhältnis attraktive Gesundheits- und Fitnessanwendungen im
Programm.
Streifzug durch die türkische Thermenwelt
Über
1.300 Quellen mit Temperaturen zwischen 20 und 100 °C sind über das ganze
Land verteilt. Die meisten befinden sich in der Ägäis Region und in der
Marmara Region im westlichen Landesteil. Je nach Beschwerden kann man
zwischen schwefelhaltigen Quellen, Thermalschlammbädern und traditionellen
Thermalquellen mit unterschiedlichem Mineraliengehalt wählen. Alle
öffentlichen Quellen sind vom Gesundheitsministerium getestet und stehen
unter ständiger Kontrolle.
Das
bekannteste Thermalzentrum der Türkei ist Pamukkale im Nordwesten
Anatoliens. Es stammt noch aus der Antike. Das große Naturwunder der weißen
Kalksinterterrassen ist eine der meistbesuchten Attraktionen der Türkei.
Bereits die römische Oberklasse hielt sich hier gerne auf, genoss ihr Bad in
dem mineralreichen Wasser und frönte der Schönheitsschlamm-Masken. Ein
bekanntes Thermalhotel ist "Umut Thermal" in Sarayköy bei Pamukkale.
Heutzutage
darf man zum Schutz der Terrassen nicht mehr darin baden, dafür aber in den
nahen Hotelbädern. Zurzeit entstehen weitere Hotels mit großer Kapazität,
sodass sich Pamukkale bald von seinem Status als Tagesreiseziel lösen wird.
Nahe
den Sinterterrassen liegt die alte Römerstadt Hierapolis, eine der
besterhaltenen antiken Städte überhaupt. Gleich mehrere Ruinen von
gigantischen Badehäusern, die sogar Fußbodenheizung hatten, versetzen dort
Touristen ins Staunen – schon bei den Römern hatte Wellness einen hohen
Stellenwert.
Das
Thermalzentrum Kangal liegt in der Nähe der mittel-anatolischen
Provinzhauptstadt Sivas. Das salz- und schwefelhaltige Thermalwasser ist der
Lebensraum unzähliger kleiner Fische (genannt auch: Doktorfische). Sie
tragen zur Heilung dermatologischer Krankheiten bei, indem sie die Haut
säubern. Menschen aus aller Welt kommen hierher, um Linderung zu erfahren.
Wer sich
bei Fethiye an den Traumstränden wie Ölü Deniz sonnt und die uralten,
lykischen Steingräber besucht, der sollte einen Ausflug zu den Sultanye
Schlamm- und Thermalbädern nicht verpassen.
Sie
befinden sich bei Dalyan, ca. 70 km von Fethiye entfernt. Das 40 °C warme
Wasser wurde schon vor der Zeit der Byzantiner geschätzt. Touristen wie
Einheimische pilgern gern zu einem „Schlammbad“, das u.a. rheumatische
Beschwerden lindern hilft. Zudem reinigt der „schöne Schlamm“ die Haut: Man
reibt sich mit dem warmen Schlamm ein – ein lustiges Erlebnis, das einen in
die Kindheit zurück versetzt. Nach dem Trocknen wird er abgeduscht,
anschließend genießt man ein natürliches Sulfitbad. Diese Kur soll die Haut
um mindestens 10 Jahre verjüngen! (Foto links)
Der Ort
Balçova, 8 km von İzmir entfernt, bietet nicht nur die Möglichkeit des
Heilbadens. Man kann auch mit einer Seilbahn auf einen Berggipfel fahren, wo
attraktive Freizeitanlagen in wunderschönem Nadelwald das Angebot abrunden.
So hat sich dieser Ort zu einer der beliebtesten in der Türkei entwickelt.
Wer sich
nach Oylat, 27 km von İnegöl auf der Landstraße zwischen Bursa und Eskişehir,
aufmacht, wird ein kleines Paradies vorfinden. Der Ort befindet sich auf
einem Abhang in wundervoller Natur, die zu langen Spaziergängen einlädt. In
einem nahen Wald befindet sich sogar ein Wasserfall. Doch der Clou ist: Für
ein Heilbad braucht man das Hotelzimmer gar nicht zu verlassen. In einigen
Hotels fließt das Thermalwasser im eigenen Bad 24 Stunden am Tag. Auch in
anderen türkischen Thermalzentren werden solche Quellwasserleitungen aufs
Zimmer beliebter.
Textquelle:
Ministerium für Tourismus, Ankara, überarbeitet von Peter Kaiser
Fotos: Peter Kaiser, soweit nicht anders gekennzeichnet
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