Die eigentliche Heimat der Türken war
Mittelasien. Im 3.Jh.v.Chr. lebten die ersten Türken in einem sehr großen Land,
auch bekannt als "das große Hunnenreich". Die ständigen Auseinandersetzungen
und Kriege mit China war der Auslöser dafür, dass sie immer weiter nach Westen
zogen. Es spielten auch die schlechten klimatischen Bedingungen und dauernde
Naturkatastrophen eine Rolle. Die Menschen bewegten sich bis weit nach
Mitteleuropa.
Auf dem langen Wanderweg ließen sich
manche Gruppen an günstigen Plätzen nieder. Heute sagt man, dass waren die
Urväter der Türkmenischen Republiken, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion
gegründet wurden. Seldschuken und Osmanen wurden in Anatolien ansässig. Eines
der größten Reiche der Weltgeschichte war das "Osmanische Reich".

Die Osmanen hatten ein Gebiet unter
ihrer Regierung, das seine Grenzen von Mitteleuropa, über die Küste Nordafrikas,
einschließlich Ägyptens, bis nach Mittelasien hatte. Aus der Geschichte ist die
"Seidenstrasse" ein Begriff. Dieser lange Handelsweg führte von China bis nach
Europa, komplett durch das Osmanische Reich. Überwiegend wurden Gewürze und
Seide nach Europa gebracht. Die Osmanen waren an jedem Transport durch ihr Reich
mit Wegezoll und Transitabgaben beteiligt. Als im Laufe der Zeit dann immer
häufiger die Lieferungen per Schiff durchgeführt wurden, verlor die
Seidenstrasse langsam an Bedeutung. Das Osmanische Reich erlebte seinen
Höhepunkt im 16.Jh. und wurde dann immer schwächer.
Ein wesentlicher Grund war dafür, dass
ein Sultanat jedes mal vom Vater auf den Sohn übertragen wurde. Es führte mit
der Zeit dazu, dass immer mehr unfähige oder kranke Sultane, oder sogar Kinder
auf den Thron kamen. Die Sultane lebten in prunkvollen Palästen, hatten mehrere
Ehefrauen und viele Kinder. Sie lebten alle im Harem. Gleichzeitig waren die
Sultane auch "Kalifen" und somit die religiösen Führer des Landes. Deswegen
kamen beim Verwalten des Reiches nur religiöse Gesetze zur Anwendung.
Schließlich führten auch der
Patriotismus der vielen verschiedenen Rassen und die unterschiedlichen
Religionszugehörigkeiten zur weiteren Schwächung des Osmanischen Reiches. Das
Osmanische Reich dauerte bis 1918 und wurde zusammen mit Deutschland zum Ende
des 1. Weltkrieges besiegt. Der regierende Sultan akzeptierte alle Forderungen
der Siegermächte.
Durch die Tendenzen des Sultans, von
Ausländern das Land teilen zu lassen, entstand ein Mann namens "Mustafa Kemal",
der dann die Türkische Nation führte. Er ging in die Geschichte ein als
"Atatürk". Der Offizier Atatürk führte einen Befreiungskampf um das Land zu
retten. Das Osmanische Reich wurde beendet und auf dem gleichen Territorium
gründete er am 29. Oktober 1923 die Republik Türkei.
Atatürk war nicht nur Führer im
Befreiungskampf, er führte auch die große Revolution in der neuen Republik
durch.
Die staatlichen und religiösen
Angelegenheiten wurden getrennt, der Laizismus eingeführt. Das arabische
Alphabet musste dem Lateinischen weichen. Internationale Maß-, Gewichts- und
Zeiteinheiten wurden eingeführt. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau,
sowie die gemeinsame Schule zwischen Jungen und Mädchen fanden hier ihren
Anfang. Die Frauen mussten von nun an keine Kopftücher und Schleier mehr tragen,
auch der Fez des Mannes wurde verbannt. Schließlich wurde noch das Schweizer
Zivilrecht übernommen und die Erbgleichheit zwischen Töchtern und Söhnen
hergestellt.
Die heutige Türkei hat Atatürk sehr
viel zu verdanken. Noch viele folgende Generationen werden diesen grossen Mann
sehr verehren. Das Atatürk Mausoleum in Ankara ist immer einen Besuch wert. Erst
hier kann man verstehen, warum dieser Mann für die Türkei so wichtig war.
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