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Kultur und Tradition in der Türkei
 

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Beides ist in der Türkei sehr eng miteinander verbunden. Alte Bräuche werden gepflegt und von Generation zu Generation übernommen. Älteren Menschen wird sehr viel Respekt gezeugt, überhaupt geht man höflich und gesittet miteinander um. Wir wollen versuchen, Ihnen die Kultur, Tradition und Gebräuche des Landes etwas näher zu bringen.

Die türkische Gastfreundschaft.
"
Du kommst als Fremder und gehst als Freund!" So lautet ein türkisches Sprichwort. Hiermit ist die weltbekannte herzliche Gastfreundschaft der Türken gemeint. Eine Gastfreundschaft, wie sie wirklich selten auf der Welt ist. Sie kommt von ganzem Herzen. Sollten Sie einmal das Glück haben und bei einer Familie eingeladen werden, geniessen Sie es. Die Frau des Hauses wird an Speisen auffahren, dass sich der Tisch biegt. Man nimmt sich viel Zeit beim Essen. Selbst der ärmste Bürger möchte seinen Gast (Konuk) auf beste Weise ehren.

Im übrigen ist die türkische Gastfreundschaft sehr grosszügig. Niemand erwartet von Ihnen als Ausländer, dass Sie mit allen Einzelheiten der türkischen Kultur vertraut sind. Benehmen Sie sich einfach so, wie Sie sind und seien Sie nicht verkniffen oder verklemmt. Wenn sie einen vermeintlichen kleinen Fehler machen, man wird darüber hinwegsehen.

   

Das blaue Auge
Jeder von Ihnen kennt es, hat es schon einmal irgendwo gesehen. Ein blaues Auge. Aber wer kennt die Bedeutung, die das blaue Auge hat? Warum man es trägt, oder irgendwo befestigt? Hier ist die genaue Erläuterung!

Die Türken sind ein abergläubiges Volk. Deshalb lassen sich auch viele aus dem Kaffeesatz (Fal) oder aus der Hand lesen. Vielleicht kommt etwas gutes dabei raus. Wer weiss? Nach altem Volksglauben schützt man sich mit dem blauen Auge (genannt Boncuk) vor dem "bösen Blick", der vor allem Kleinkinder, Vieh, Fahrzeuge und alles Wertvolle und Schöne gefährdet. Das blaue Auge gibt es in jeder Form. Als Amulett oder aber auch als Glasperle, als Armreif oder Halsband. Jedem, wie er es gerne hätte. Verantwortlich für den "bösen Blick" ist der übel wollende Neid.

Das Nationalgetränk
Es wird Ihnen auf Schritt und Tritt begegnen. Das bräunliche Getränk in dem kleinen Glas - der Cay! Ohne diesen Tee läuft nichts. Ein ganzer Berufsstand lebt davon, der von morgens bis abends nichts anderes macht, als Tee zu kochen und ihn an die Geschäfte oder Büros zu verteilen. Auf grossen Tabletts, damit auch schön viel drauf geht. Ob Sie in der Werkstatt sind, in der Bank, beim Teppichhändler um den Preis für einen Teppich feilschen, immer wird Ihnen ein Glas Tee angeboten. Sie können aber auch alternativ auf den berühmten Apfeltee (Elmacayi) oder den sog. Adacay ausweichen, ein leckeres Gebräu z.B. aus Salbei.

Das Kaffeehaus
Das "kahve" ist ein Ort, der nur Männern vorbehalten ist. Man trifft sich hier, tauscht Neuigkeiten aus, macht "grosse" Politik", trinkt Tee oder Türkischen Mokka und spielt dabei Karten oder "tavla" (Backgammon). Diese Kaffeehäuser findet man überall in der Türkei und ist die Ortschaft noch so klein. In den grossen Kaffeehäusern ist sogar das Rauchen von Wasserrpfeifen "Nargile" wieder ganz gross in Mode gekommen.

 

Volksmusik:
Jedes Gebiet der Türkei hat seine eigenen musikalischen Gepflogenheiten. Die lebendige türkische Volksmusik hat Ihren Ursprung in den Steppen Asiens. Sie unterscheidet sich gänzlich von der klassischen Musik, wie sie am Hofe der Osmanischen Sultane aufgeführt wurde. Bis vor kurzem gab es keinerlei Aufzeichungen oder Niederschriften der Lieder. Im Laufe der Jahrhunderte gerieten Sie trotzdem nicht in Vergessenheit. Die Musik der Janitscharen ist eine eindringliche Militärmusik und wird heute noch von dem "Mehter Takımı" in Originalkostümen zu festlichen Anlässen aufgeführt. Sie stammt aus Zentralasien. Holz- und Blechblasinstrumente, Trommeln, Triangeln, Lyra und Schellenbaum sind die Instrumente dieser Kapelle.

Die Musik der "Mevleviler" (tanzende Derwische) wird beherrscht von dem eindringlichen Ton der Rohrflöte - "Ney" - und ist während der Mevlana- Gedenkfeiern in Konya alljährlich im Dezember zu hören. Auch kann man diese mystischen Tänze bei den typisch "Türkischen Abenden" miterleben. Es ist einfach ein Genuss.

Nasreddin Hodscha, der türkische " Eulenspiegel", aus Aksehir lebte im 13. Jahrhundert. Seine weisen Schwänke sind weit über die Grenzen der Türkei hinaus bekannt. Die Nasrettin Hoca Festspiele finden jedes Jahr am 5. Juli in Aksehir statt.

Das erste Geschäft des Tages! Gehen Sie schon sehr früh am Morgen los. Das erste Geschäft des Tages  (Siftah) machen die Händler immer zum echten Schnäppchenpreis! Manchmal auch unter EK. Dieses erste Geschäft am Tag ist für die Händler sehr wichtig. Wundern Sie sich dabei auch nicht, wenn der Verkäufer Sie bittet, das Geld dafür auf den Boden zu werfen! Schmeissen Sie es ihm vor die Füsse, oder lassen Sie es einfach fallen! Er wird sich darüber freuen! Das hat etwas mit dem Aberglauben zu tun. Wo kann man schon durch Aberglauben Geld sparen?? Allerdings funktioniert das echt nur bei dem ersten Geschäft des Tages! Danach ist für den Tag ein solches Angebot nicht mehr möglich! Es geht zur normalen Tagesordnung über.

Karagöz hat im 14. Jahrhundert in Bursa gelebt und ist als Schattenspielfigur unsterblich geworden. Er war ein Mann aus dem Volke, der mit seinem spöttischen Witz seinen prahlerischen Freund Hacivat stets überlisten konnte. Die bunten Schattenspielpuppen werden aus transparentem Leder hergestellt.

"Yaglı Güres"
(Öl-Ringkampf) ist der Nationalsport der Türken. Jedes Jahr finden  in vielen Orten der Türkei Wettkämpfe statt, wo die besten Ringer ihre Techniken unter Beweis stellen können. Die Kämpfer schmieren sich vor dem Kampf am ganzen Körper mit Pflanzenöl ein und tragen dazu derbe 3/4 lange Lederhosen.



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