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Die hier geschilderten Vorkommnisse haben sich alle wirklich ereignet, wenn auch nicht in so kurzer Zeit aufeinander folgend. Sie sind zusammengetragen aus mehreren Jahren, haben also nicht so chronologisch stattgefunden, wie es hier dargestellt wurden. Dadurch mag es so aussehen, als sei der Zustand in unserer Anlage in höchstem Grade barbarisch, was also nicht der Fall ist. Ganz im Gegenteil: Eigentlich brauchten wir uns für nichts zu rechtfertigen; unsere Anlage in der Süd-Türkei lag inmitten alter Pinienwälder, auf einem schmalen Streifen zwischen dem Taurus-Massiv und der Riviera und hatte etwa neunhundert Betten auf 130.000 qm, was wiederum bedeutet, dass die Gäste-Dichte nicht besonders hoch war und pro Gast eine verhältnismäßig große Fläche zur Verfügung stand. Ein häufiger Kritikpunkt waren die Zimmer, welche im Vergleich zu anderen Anlagen recht klein und simpel gestaltet waren, der steinige Strand (dafür waren allerdings lange Badestege vorhanden) und ein paar kleine Ärgernisse, über die man als Tourist leicht hinwegsehen konnte. Auf der anderen Seite gab es auch eine Menge großer Vorteile gegenüber anderen Anlagen. So waren alle Gebäude zwischen den Bäumen versteckt und keins der Häuser hatte mehr als zwei Etagen, so dass von der Meerseite aus nichts als Grün zu erblicken war. Anzeige |
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In all den Jahren Dinge haben sich jedoch Dinge ereignet, über die ich noch immer lache und die ich, hätte ich sie irgendwo gelesen oder gehört, so nie geglaubt hätte. Als Lektüre bietet sich das Thema Tourismus da ideal an, da jeder von uns früher oder später ja mal zum Touristen wird, selbst wenn er nur mal für ein Wochenende zum Camping-Platz am Stausee fährt. Doch eins soll von Anfang an klar sein: Dies soll keine Einrichtung sein, um über den deutschen Touristen herzuziehen, ebenso wenig über den österreichischen, türkischen, russischen oder sonst irgendwelchen. Dies ist eine Satire aus tatsächlichen Ereignissen und niemand soll sich deswegen am Ende verletzt fühlen. Dies sind Ausnahmen, die wunderbaren Klischees entsprechen, die unter dem gleichen Effekt amüsant wirken wie erwachsene Männer im Ballett-Röckchen, die auf der Bühne einer Ferien-Anlage den 'Schwanensee' tanzen. Im Urlaub ist man halt eher dazu bereit, Dinge zu tun, die nicht unbedingt alltäglich sind. Und so schwingen selbst diejenigen allabendlich die Hüften zu einem Club-Tanz, die offensichtlich keinen Gefallen daran finden und sich scheinbar nur nicht die Blöße geben wollen, eventuell unspontan zu wirken. Andere scheinen mit ihrem Eifer und ihrer Präzision nur demonstrieren zu wollen, dass sie nicht neu in der Anlage sind, sondern schon 'alte Hasen'. Und sie bewegen sich (von der Gewalt der Masse gezwungen) zu einer Musik, die sie zu Haus niemals auch nur registriert hätten. Am Ende hat jeder irgendwie seinen Spaß. Trotzdem war es auch sehr auffällig, wie aggressiv die Menschen mit jedem Jahr wurden oder vielleicht schon immer waren. Urlauber, die die Frau an der Rezeption anbrüllten, weil ein Koffer-Griff von irgendwem beschädigt worden war, wie ein unkontrolliertes Aufbrausen gegen den Erstbesten, der völlig unschuldig war, Respektlosigkeit tagtäglich. Die Aufregung in einer Beschwerde lag meist in keinem Verhältnis zur Wichtigkeit des Beschwerdegrunds. Kinder, die einfach nur zerstören wollten und Eltern, die, darauf angesprochen, das in Ordnung fanden. Beschwerden waren zu einer Mode geworden. Wer sich nicht beschwerte, war selber schuld. Das Fernsehen gab Ratgeber-Sendungen über Recht, nicht aber über die Pflicht, die man als Gast hat. Wie viel Geld konnte man für welche Mängel zurück erwarten? Es war so albern, dass es schon fast verletzte. Und am Ende gab es sogar Beschwerden aus Langeweile, weil man einfach nichts anderes zu tun hatte, oder weil man glaubte, seiner Persönlichkeit so mehr Gewicht verleihen zu können. Vielleicht sollten wir uns in so mancher Situation einfach mal zu mehr Beherrschung zwingen, weil viele Ärgernisse bei genauer Betrachtung die Aufregung gar nicht wert sind und uns am Ende nehmen, was wir im Urlaub erstreben: Erholung.
Geschilderte Phänomene sind nicht nur Türkei-spezifisch, sondern wurden mir von Kollegen und Bekannten aus aller Welt bestätigt. Dass die Türkei einen herausragenden Tourismus präsentiert, ist seit einer Flut von internationalen Preisen und Anerkennungen kein Geheimnis mehr. Gleichzeitig verteilt sich die Gastronomie auf eine scheinbar unendliche Küste und bietet neben einer Hotel-Tradition der Naturverbundenheit und Weitläufigkeit alle erdenklichen Vorteile wie kurze Flugzeiten nach Europa, erstklassige medizinische Versorgung und noch immer überschwengliche Freundlichkeit der Einheimischen gegenüber Fremden. Ich begann also eines Tages, diese kleinen Geschichten aufzuschreiben und suchte mir immer wieder einige Test-Leser unter sehr vertrauenswürdigen Gästen. Ein Pärchen meinte hinterher, man müsse diese Zeilen eigentlich jedem Urlauber im Flugzeug zu lesen geben, damit diese lernen, die Hotels zu verstehen und sich selber etwas mehr zusammen zu reißen. Diesen Kommentar nahm ich dann hinterher als Absicht auf und hoffte, den Lesern am Ende einen verständnisvolleren und somit unbeschwerteren Urlaub, und den Hotels weniger unnotwendige Ärgernisse zu bescheren. Ich hab' keine Ahnung, ob mir das gelungen ist. Wenn nicht, möge man diese Zeilen einfach nur als Unterhaltung sehen, oder als folgenlose Einstimmung auf den Urlaub. Und vielleicht lässt sich sogar der eine oder andere Vorfall in freier Wildbahn wieder erkennen.
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