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Der
Mondkrieg
Bir varmış, bir yokmuş
Es war einmal….
Es war einer dieser unbeschreiblich
schönen türkischen Abende: Vollmond und dazu natürlich der herrliche
Sternenhimmel. Aber da sich dies nicht beschreiben lässt, will ich es
sein lassen.
Ich saß mit Ferhat draußen im Garten,
schaute in den Himmel, ein kleines Feuer brannte, er erzählte und die
Flasche Rakı war zur Hälfte geleert. Von den Pinien kam ein
verführerischer Duft und immer wieder schaute ich zum Mond, der den
Garten mit einem hellen Licht verzauberte. Ferhat zeigte auf die
Mondflecken und fragte, ob ich eine alte Geschichte, die ihm sein
Großvater in einer sternklaren Nacht erzählt hatte, hören wolle und er
begann.
Bir varmış, bir yokmuş Sonne und Mond waren ganz früher miteinander
sehr befreundet, sie liebten sich und erfreuten sich aneinander.
Der Mond liebte die glitzernden Strahlen der Sonne und die Sonne den
klaren, runden Glanz des Mondes. Die Sonne war immer sehr traurig,
wenn der Mond sich einmal im Monat von ihr so weit entfernte, dass er
kaum noch zu sehen war und bat den Mond, doch für immer bei ihr zu
bleiben. Der Mond gab keine Antwort und ging wieder traurig von ihr
weg. Als er wiederkam, bekamen sie darüber miteinander einen schlimmen
Streit und während des Streites warf der Vollmond ein brennendes Holz
zur Sonne und die Sonne warf auf den Mond eine Handvoll dunklen
Matsch. Seit dieser Zeit brennt die Sonne wie Feuer und der Mond hat
so große schwarze Flecken im Gesicht, dass er sich grämt und
schämt.“
Anmerkung:
Das Märchenerzählen war traditionell im früheren Orient, also auch in
Anatolien, Männergeschäft. Märchenerzähler waren nicht nur geachtet,
sondern auch gefürchtet. Sie spiegelten unverfälscht die Stimme des
Volkes. Sie konnten ungestraft Kritik üben an den Reichen und
Mächtigen.
Viele Märchen sind
vorwiegend Kindermärchen.
Die alttürkischen
Nomadengeschichten sind hingegen Männer-Märchen. Hirten und Wächter,
Beys und Geschäftsreisende erzählten sie sich. Frauen und Kinder
hatten da am Feuerplatz bei den Tieren nichts zu suchen. Märchen
erzählten sich die Wüstenwanderer zum Wachhalten. So konnten keine
Räuber oder wilden Tiere die Schlafplätze überfallen und ausrauben.
Es gab richtige
Gilden von Märchenerzählern. Den verschiedenen Familien oder auch
Dörfern gehörten die Geschichten. Und niemand durfte sie einfach
stehlen. So ein Märchendiebstahl war nicht weit entfernt von einem
Pferde- oder Kameldiebstahl. So ein Diebstahl war im Orient das einzig
wirklich niedrige Verbrechen.
Die Märchen hat
früher niemand aufgeschrieben. Die Erzähler behielten sie genau im
Ohr. Ähnlich wie die bunten Teppiche und strahlenden Stickereien wurde
das Muster nicht aufgezeichnet, sondern einer zeigte es dem anderen.
Das Märchen vom
Mondkrieg ist ein typisches Familienmärchen. Es wurde nur von und in
der Familie Acar erzählt. Hingegen das auf Seite .........beschriebene
Symbolspiel ein typisches Dorfmärchen ist, das aber auch nur in den
kleinen Dörfern in Yazır
Köyü erzählt und gespielt wurde.
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