|
Der Vorwort und Dankeschön
Seit 20 Jahren leben meine Frau und ich
zuerst einige Wochen und später einige Monate im Jahr in unserem Haus
in einem kleinen Dorf an der türkischen Südküste.
Wir haben in diesen Jahren
Veränderungen im Dorfleben, bei Familien und in der Erwerbsstruktur
beobachten können. Es entwickelten sich im Laufe dieser Jahre
freundschaftliche zu einigen Familien nahezu familiäre Beziehungen.
Wir lernten ein wenig die türkische Sprache, wurden zu Begräbnissen,
Verlobungen, Hochzeiten und den anderen traditionellen Feiern
eingeladen, konnten also an diesen Ereignissen teilnehmen und wurden
so fast ein Teil der dörflichen Lebensverhältnisse.
Jedes Kommen war ein kleines Fest und
jeder Abschied von unseren türkischen Freunden in diesen vielen Jahren
war wehmutsvoll. Wir lernten die Gastfreundschaft, die
Hilfsbereitschaft und die Verlässlichkeit kennen und schätzen und
hatten das Glück, in diesem kleinen Dorf eine zweite Heimat zu haben.
Wir konnten den Werdegang von Kindern miterleben, die die ersten
Lebensjahre wohlbehütet in der Familie verbringen, die Schule
besuchen, im Treibhaus wie selbstverständlich mitarbeiten, ihre
Ausbildung machen, heiraten und Eltern werden und versuchen, ihr Leben
und das ihrer Kinder unter sich sehr schnell verändernden
Verhältnissen in den Griff zu kriegen.
Uns hat immer erstaunt und dann
fasziniert, mit welcher Liebe und Fürsorge die Familien ihre Kinder
begleiten und welche Kraft und Zuversicht von diesen Familienverbänden
ausgeht und wie wichtig für die Kinder der familiäre Rückhalt ist.
Manchmal habe ich mir gewünscht, dass
davon auch einiges in Deutschland bei den deutschen Familien gelebt
werden könnte. Vielleicht hätten wir dann einige Probleme weniger.
Unseren türkischen Freunden wünsche
ich, dass sie möglichst viel von dieser ihrer Kultur behalten, sie
pflegen und hüten und sie nicht im Zuge der Modernisierung und
Europäisierung ihre Identität verlieren.
Ich habe versucht, unsere Eindrücke und
Erlebnisse in Geschichten und Erzählungen niederzuschreiben. In fast
allen dieser Geschichten ist ein Kern Wahrheit, einige haben sich so
ereignet, wie ich sie aufgeschrieben habe, einige wiederum könnten
sich so ereignet haben. In fast allen Geschichten habe ich versucht,
landeskundliches einzubringen.
Ich bedanke mich bei Werner Gleißner
für die vielen Bilder, die er bei der türkischen Dorfhochzeit gemacht
hat. Vor allem aber gilt mein Dank meiner früheren Kollegin Victoria
Woytalewicz, die das Manuskript überarbeitet und die vielen Fehler
entdeckt und korrigiert hat. Sie wies mich auf manche
Widersprüchlichkeiten und Wiederholungen hin, hat alle Bilder
eingefügt und das Ganze schließlich formatiert und druckfertig
gemacht.
Wie immer bedanke ich mich bei Elli,
die mir mit so viel Geduld und Verständnis beim Vorlesen zuhörte, dass
ich immer das Gefühl hatte, von ihr zutiefst verstanden zu werden.
Swisttal, im Februar 2007
zum
Inhaltsverzeichnis aller Geschichten
<<< back
| home >>>
|